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Nicht immer verstehen sich Katzen und Hunde gut und die Gewöhnung aneinander kann Zeit, Nerven und Tränen kosten.

Nuki

Die perfekte Hundekatze hat ein großes Ego, flaniert selbstverliebt und lässt sich nicht so einfach einschüchtern, nur weil ein Hund eingezogen ist. Sie kann austeilen und dem distanzlosen Hund auch eine scheuern.

Nuki zog schon in Würzburg als Freiläufer um die Häuser und vermöbelte Hunde, die es wagten, ihm nachzujagen. Im Alter ist er dann doch schlauer geworden – manche Hunde sind unbelehrbar und Nuki guckt inzwischen erst mal auf Abstand, ob Hund x in Ordnung ist, oder ob man ihm besser nicht zu Nahe kommt.

Wer so eine Katze hat, kann sich glücklich schätzen, denn sie ist schon die halbe Miete und mit etwas Geduld kommen beide bald miteinander aus, wenn einige Managementmaßnahmen beachtet werden.

 

 

 

Die schüchterne Katze

Die meisten Katzen lieben ihr Territorium und brauchen zum Wohlfühlen Ruhe und Sicherheit, die ein neuer Hund oft mit dem Hintern einreißt. Sensibilität ist für manche Hunde eine große, unbekannte Welt.

Bella, nach zwei Jahren Schüchternheit wohnt sie inzwischen der geselligen Runde des Junghundetrainings bei, wenn ihre Zeit es erlaubt.

 

 

 

 

 

 

 

 

Solche Katzen versuchen eventuell, sich gegen den Hund durchzusetzen – wenn dies aber nicht auf Anhieb klappt, ziehen sie sich zurück und verstecken sich tage- oder wochenlang. Sehr sensible Freigänger können sich dann unter Umständen gar nicht mehr nach Hause trauen und ziehen für immer aus. Hunde, die Katzen auf Schritt und Tritt belästigen, auch, wenn sie freundlich dabei sind, werden dann zu einem großen Stressor.

Auch Katzen, die wegrennen und unsicher sind, sind willkommene Opfer für Hunde, die gerne hinterher fetzen. Der Übergang von einer Katze aus Spaß hinterher rennen und eine Katze ernsthaft zu jagen ist fließend, sehr gefährlich für die Katze und wird von vielen Hundehaltern unterschätzt. Aus einem früher harmlosen „Katze hinterher flitzen“ kann auch nach Jahren plötzlich eine unschöne Hetzjagd werden, auch dann, wenn Hunde Katzen im Haushalt von klein auf kennen. Wenn der eigene Hund der eigenen Katze hinterher geht, sollte das stets unterbunden und nicht belächelt werden.

„Im Garten jagt er sie!“

Die meisten Hundehalter sind verwundert darüber, dass die eigene Katze im Haus oder der Wohnung der beste Freund des Hundes ist, auf der Straße oder im Garten aber bedingungslos gejagt wird. Das ist häufig so und kaum zu ändern – Hunde müssen „ihre Katze“ auch von klein auf draußen erlebt haben, ansonsten ist es gut möglich, dass die eigene Katze mit einer beliebigen Katze verwechselt wird und Hunde nicht generalisiert gelernt haben: ALLE Katzen sind Sozialpartner. Für die meisten Hunde auf der Welt sind Katzen Beute, sobald sie sich schnell weg bewegen.

Sich gegenseitig Kennenlernen.

Jagende Hunde

Manche Hundehalter tun sich sehr schwer damit, zu verstehen, dass jagende Hunde nicht zwangsläufig aggressiv sind. Sie sind der festen Überzeugung, dass ihr Hund so lieb ist, dass er ihre Katze nicht verletzen würde. Ein jagender Hund kann aber immer verletzen und ggfl. auch töten – obwohl er (unter Umständen) nicht aggressiv gegenüber Katzen ist.

Wenn genügend unglückliche Umstände zusammen treffen, kann jeder Hund jederzeit eine Katze packen.

Managementmaßnahmen für die Katze

– erhöhte, für den Hund nicht erreichbare Plattformen anbieten
– Fluchtwege offen halten, bzw. schaffen (z.B. Regalbretter anschrauben)
– Futterplatz und Katzentoilette müssen ungestört aufgesucht werden können
– Räume, die nur die Katze betreten kann und darf (Hunde-/Kindergitter)
– sichere Schlafplätze anbieten
– Sichtschutz anbieten (z.B. Katzenhöhle mit Decke abhängen)
– eventuell Freigang bei Einzug des Hundes nicht gewähren
– Katzenklappe vor Hund sichern
– manchen Katzen helfen beruhigende pflanzliche Mittel (beratend stehen zur Seite: Tierheilpraktiker, Tierarzt)
– manchen Katzen/Menschen hilft auch Training (es gibt immer mehr Verhaltensberater für Katzen)

Managementmaßnahmen für den Hund

– ständiges Nerven der Katze unterbinden (Hinterhergehen, Anstupsen)
– Blickfixierung und Hinterherhetzen unterbinden (passende Unterbrechung finden)
Maulkorbgewöhnung, um sicheres Heranführen Schritt für Schritt zu ermöglichen
– Gewöhnung an eine Box, um auch mal „Katzenzeit“ zu ermöglichen
– Aushalten von Bewegungsreizen allgemein üben
– Sicherung an der Leine (Hausleine im Haus, Schleppleine angedockt im Garten)
– manchen Hunden/Menschen hilft Hundetraining

Es gibt viele Trainer, die empfehlen, Katze und Hund zu füttern, um die Gewöhnung aneinander zu beschleunigen. Das kann klappen, führt aber eventuell auch dazu, dass Hunde für den Gedanken „Diese Katze fresse ich!“ belohnt werden und sich dadurch das Verhalten gegenüber der Katze deutlich verschlimmert. Von daher raten wir von unüberlegter Futterbelohnung ab.

Selten kommt es vor, dass Katzen Hunde tyrannisieren und zwar so sehr, dass Hunde Angst bekommen. Die Managementmaßnahmen müssten in diesem Fall umgedreht werden (soweit möglich).

Ein Kommentar zu “Katzen und Hunde aneinander gewöhnen”

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