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Die meisten Hundeschulen und Pensionen verlangen von ihren Kunden die Vorlage eines Impfpasses oder die Unterschrift dafür, dass ein Hund gültig geimpft ist. Aber was bedeutet das eigentlich genau?

Der Impfausweis

Der blaue Heimtierausweis ist EU weit gültig und ist als amtliches Dokument so etwas, wie unser Reisepass. Hier können neben Impfungen auch (amts)tierärztliche Eintragung zu Blutwerten, Entwurmungen etc. eingetragen werden. Das Ausstellen eines Heimtierausweises ist heute relativ langwierig und kompliziert geworden, da einzelne Informationen zwingend laminiert und somit fälschungssicher gemacht werden sollen.

Ein nationaler Impfpass kann unterschiedliche Farben haben und inhaltlich unterschiedlich gegliedert sein. Er bescheinigt, dass der eigene Hund geimpft ist und reicht als Impfnachweis innerhalb Deutschlands aus. Wenn man beschließt, den eigenen Hund doch mit ins Ausland nehmen zu wollen, ist die Ausstellung eines EU Heimtierausweises jedoch zwingend erforderlich.

Gegen welche Erkrankungen kann man impfen?

Die meisten Hunde sind gegen Staupe, Hepatitis, Parvovirose, Zwingerhusten, Leptospirose und Tollwut geimpft. Es gibt auch Impfstoffe gegen Borreliose, Babesiose und Leptospirose.

Neuere Impfstoffe, die Heilung von Borreliose und Co. versprechen, sind kritisch zu bewerten, aber letzlich sollte das jeder Hundehalter für sich selbst ausmachen und sich individuell von dem oder der Tiermediziner(in) seines Vertrauens eingehend beraten lassen.

Impfstoffe wirken je nach Hersteller unterschiedlich lang, manche wirken zwei oder drei Jahre. Deshalb steht im Impfpass, wann die nächste Impfung fällig ist, damit kein Hundehalter den Überblick verliert. Zusätzlich werden Impfungen meist mich Nachdruck beworben und Hundehalter erhalten Impfererinnungen zugeschickt.

Impfkürzel

SHPPiL(T) ließt sich erst wie ein Geheimcode, ist aber ganz einfach zu entschlüsseln:

S = Staupe
H = Hepatitis
P = Parvovirose
Pi = Zwingerhusten (Para influenza)
L = Leptospirose
T = Tollwut

Zwingerhusten ist ein Sammelbegriff für grippeähnliche Erkrankungen und die Pi-Impfung muss deshalb jährlich aufgefrischt werden, weil Para influenza mutierfreudig ist. Es ist also trotz Pi-Impfung leicht möglich, dass Hunde dennoch an Zwingerhusten erkranken. Eine Impfung dämmt daher das Risiko ein, eliminiert es jedoch nicht.

Einen 100 %igen Impfschutz gibt es nicht.

Warum impfen?

Geimpft werden nur gesunde Hunde, vor der Impfung erhalten Hundes deshalb immer eine Allgemeinuntersuchung, bei der die Lymphknoten abgetastet und der Allgemeinzustand untersucht wird. Gibt es Anzeichen für eine beginnende Erkrankung, wird der Hund nicht geimpft, um das Immunsystem nicht noch zusätzlich zu belasten.

Manchmal kann es dennoch zu Impfreaktionen kommen (wie z.B. Übelkeit, Müdigkeit), im besten Fall sind und bleiben diese harmlos.

Impfgegner sehen dieses Thema kritisch und raten, nicht nur aus Gründen von schwerwiegenden Impfreaktionen, sondern auch aufgrund von Herstellungsverfahren und Inhaltsstoffen von Impfungen dringend ab.

Andere Hundehalter fragen sich, ob die ständige Wiederholungsimpfung bis ins hohe Alter tatsächlich notwendig, oder doch eher eine Form der Kundenbindung darstellt. Sicherlich muss jeder Hundehalter für sich selbst klären, ob er seinen Hund impfen lassen möchte.

Stressfrei eine Spritze bekommen.

Ich rate jedem dazu, den neuen Hund impfen zu lassen, unabhängig davon, wie alt er bei Anschaffung ist. Egal, wie aufrichtig der Vorbesitzer gewirkt hat – zahlreiche Krankheits- und Todesfälle z.B. durch Parvovirose bei nicht geimpfen, oder immungeschwächten Hunden sprechen eher für als gegen Wiederholungsimpfungen. Und sie zeigen auch, dass das Fälschen von Impfausweisen, selbst von einigen „Tierschutzvereinen“, um einen gültigen Impfstatus sowie Seriösität vorzugeben, keine Ausnahme ist, sondern häufig vorkommt.

Ein Impfrisiko gibt es, ja – dennoch sind Impfungen in meinen Augen ein Segen und kein Fluch. Die Häufigkeit der Impfungen bis ins hohe Alter stelle ich infrage, aber grundsätzlich verteufeln, möchte ich sie nicht.

Weiterführende Informationen findet ihr hier:

AGT e.V. – Hunde impfen mit Verstand
Ärzte gegen Tierversuche e.V. – Tierversuche in der Tiermedizin

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